Star Trek Discovery: Soft Reboot jetzt auch im TV

Da hab ich mir also mal die ersten beiden Folgen der neuen Star-Trek-Serie angekuckt. Tl;dr: milde Enttäuschung – mit CGI angehübschter „Soft Reboot“, der bislang kaum Originelles bringt, aber dafür teils gedankenlos wieder in die gleichen Fallen tappt wie die ersten beiden Star Trek Soft Reboots im Kinofilm-Format.

Doch noch ist Vulkan nicht verloren. Immerhin lässt man sich reichlich Zeit, die Story zu entwickeln und die Figuren in Position zu bringen. Michelle Yeoh, die Darstellerin der Kapitänin in den ersten beiden Folgen, ist gar nicht der neue Kirk, sondern hat nur den Status eines Gaststars. Der echte neue Kirk wird wohl dargestellt von Jason Isaacs, aka Böhser Papa Malfoy aus dem Harry-Potter-Universum. Der war in den ersten beiden Folgen noch gar nicht zu sehen, ebenso wenig wie der neue „Pille“ und der neue „Scotty“-Ersatz, wenn ich das recht sehe. Die ersten beiden Folgen dienten hauptsächlich dazu, den neuen Spock ins Spiel zu bringen. Diesmal ist es allerdings kein Halbvulkanier mit menschlicher Mutter, sondern eine Vollblut-Erdlingsfrau, die als Kind durch einen Klingonen-Angriff ihre Eltern verlor und auf Vulkan aufwuchs. Und natürlich in Sachen Bildung den aus dem Kino bekannten vulkanischen Computer-Auswendiglern-Hologrammkugeln ausgesetzt wurde. Einem Popcorn mampfenden Actionfilm-Kinopublikum kann und sollte man so was vielleicht sogar als „Schule der Zukunft“ auftischen – für ein zerebraler orientiertes Star-Trek-Serienpublikum hätte man sich auch in solchen Details gern wesentlich mehr Mühe geben dürfen. Aber ich schweife ab.

Grundsätzlich sind also jedenfalls wieder mal die altbekannten Spock-artigen Persönlichkeitsprobleme im Spannungsfeld von Emotion und Logik <seufz> vorprogrammiert. Nur dass dazu der Supermodel-Look von Schauspielerin Sonequa Martin-Green überhaupt nicht passt. Hauptsächlich übrigens wegen des ausgesprochen aufdringlichen Make-up, das man der armen Frau da ins Gesicht klatscht. Die gute Jolene Blalock als T’Pol hatte weiland in Star Trek: Enterprise ein ganz ähnliches Problem, doch bei ihr beließ man es wenigstens bei kaum wahrnehmbarem Lidschatten in sehr

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Absolut tageslichttauglich – aber nicht wegen des Make-up: Jolene Blalock als T’Pol

dezenten Erdtönen und versuchte ansonsten, der Figur einen möglichst „ungeschminkten“ Auftritt zu verleihen. Busenbetonter Catsuit im Seven-of-Nine-Look hin oder her – immerhin durfte sie dazu „vernünftige“ flache Schuhe tragen. Ich fand die eigentlich alles in Allem gar nicht schlecht, und man muss einem Schauspieler auch mal ein paar Folgen Zeit lassen, sich in so eine Figur hinein zu finden. Aber der Neuen legt die Produktion mit den genannten Entscheidungen mutwillig Steine in den Weg.

 

Was hat mich sonst genervt? Es zieht also der große Konflikt zwischen der jungen Föderation und den Klingonen herauf. Warum das Erscheinungsbild der Klingonen selbst gegenüber ihrem erst kürzlich runderneuerten Auftritt in „Into Darkness“ schon wieder mal wieder umgestrickt werden musste, wird das sahnige Geheimnis der Produktionsleitung bleiben. Im Grunde wäre es ja sogar begrüßenswert, dass sie anatomisch „weniger menschlich“ und stärker außerirdisch rüberkommen. Was richtig nervt, sind mehr so die etwas tuntigen goldenen Glitzer-Outfits und die Vorlieben beim Innendesign, denn das erinnert doch alles sehr fatal an die sterotypen Iraner, die South Park da mal in einer Folge namens „D-Yikes“  persifliert hat. „Persische“ Restaurants mit weißen Statuen, goldenen Vorhang-Stangen und blauem Teppichboden, Sie wissen schon.

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Bemüht die verkrampften Versuche, wenigstens über die Namen der Figuren irgendwie so was ähnliches wie eine originelle kognitive Dissonanz vorzutäuschen. So klingt der Name von der Chinesin Yeoh dargestellten Figur „Philippa Georgiou“ latent nach Balkan, und die neue Spockette heißt zwar „Michael Burnham“, ist aber wie erwähnt weiblichen Geschlechts. Wäre die Darstellerin der Figur im Kindesalter (Arista Arhin) nicht ebenfalls weiblich, könnte man direkt auf den Gedanken kommen, dass da schon mal eine Enthüllung Burnhams als transexuell für eine spätere Folge vorbereitet wird, wo diese Menschen doch, siehe die „bathroom bills“ der USA-Rechten, tagespolitisch immer mal wieder zur Empörungssteuerung missbraucht werden. Muss man nicht mögen, wäre aber mal wieder echte Gesellschaftskritik im Geiste von Gene Roddenberry. Bislang bleibt das mit den Namen jedenfalls auf dem Level eines substanzlosen Wegwerf-Gags stecken. Wie so vieles andere. Natürlich sieht das neue Universum zeitgemäß cineastisch großartig aus und ist gespickt mit hochwertigen CGI-Modellen. Der Look ist handwerklich einwandfrei. Allein, er muss in den Dienst der Story und der Figuren gestellt werden, sonst bleibt das alles eitler Tand, diese Gefahr steht ganz klar im Raum. Ebenso wie sich bereits jetzt mindestens ein massives Risiko für brutale Ungereimtheiten auftut: Ist es in den Kinofilmen der massiv übermotorisierte neue Transporter, mit dem man jetzt bereits in der Kirk-Ära über Lichtjahre hinweg quer durch die Galaxie beamen kann (was die Sternenflotte zumindest in der bisher bekannten Form in weiten Teilen überflüssig machen würde, wenn man mal drüber nachdenkt), so wird uns in den ersten Discovery-Folgen zugemutet, dass eine vulkanische Gedankenverschmelzung den beiden Teilnehmern fortan die Möglichkeit der telepathischen Kommunikation über vergleichbare interstellare Distanzen ermöglicht. Hätten das doch bloß schon Spock, Tuvok, Sarek und wer weiß nicht noch alles in den früheren Serien gewusst! Das hätte sich in manch einer brenzligen Situation als irre praktisch erwiesen.

Alles in allem also ein entschiedenes „meeeeh, ich weiß ja nicht.“ Und dabei bin ich noch gar nicht auf Leutnant Saru zu sprechen gekommen. Böswillige Menschen könnten auf den Gedanken kommen, hier habe sich Star Trek allen Ernstes beim „Anhalter“ des seligen Douglas Adams bedient: wurde seine Rasse, die „Kelpianer“ doch als Haustier zur Fleischerzeugung gezüchtet. (Soll aber wohl mehr so was wie die neue Deanna Troy sein.)

Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Man soll die Hoffnung nicht zu früh aufgeben. Beim „Breaking Bad“-Spin-off „Better Call Saul“ war ich ja ebenfalls anfangs skeptisch, und das hat sich so ziemlich als das beste TV-Drama der an Highlights wahrlich nicht armen US-Fernsehlandschaft entpuppt.

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Ähnlichkeiten sind rein zufällig

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Cut!

or: On the Blessing that is Video Editing

Recently, I have often been on Youtube. One of the things I appreciate most about that platform is the fact you find instructions for basically anything and everything there.

Copyright: <a href='http://de.123rf.com/profile_yarruta'> / 123RF Stockfoto</a>

This is a translation of my earlier German blog post.

Swap out your car stereo? Knock up a nice little something out of wood? Make your own cool furniture? Give your workbench a truly flat surface? There is basically always somebody who has done it already while recording some video of themselves and passing on the experience won in the process. If not in whatever your first language may be, then in English. (I’m explicitly mentioning this because it still does not seem to be common knowledge by any stretch as you can easily see on Quora etc.)

However, another thing that truly does not seem to be common knowledge also is what a yuge blessing video editing is. Weiterlesen

President Obama said WHAT?!

No, he did not.

MJ_Trump_Announces_Vice_WIDE

Chances are you got here because you clicked a link insinuating some quote that sounds rather outrageous to conservative ears came from former President Obama.

Which possibly got you quite upset.

#ObamaSaidWhaaat?

Whatever that quote was, in fact, it did not come from Obama.

It came from the former TV show host turned Republican President of the USA.

If you don’t believe it, look it up. And please ask yourselves why you thin it’s OK Trump says such things when clearly, you wouldn’t if Obama had done so.

This blog was inspired by the latest New Rules segment on Real Time with Bill Maher, featuring Reggie Brown as Obama. Have a watch:

Rogue One: An Underwhelming Star Wars Story

 

So Rogue One is out, and despite the disappointing, unoriginal soft reboot that was TFA, I once again let myself be goaded into taking the 60 km trip to watch it, original English version, 3D.

Now I find myself having little to add to what RedletterMedia / Mister Plinkett already said about it,

https://youtu.be/Kc2kFk5M9x4 Weiterlesen

Eine #Nafri-Analogie

Da wurde heute ein provokanter kleiner Tweet in Sachen #Nafris und #Silvesternacht in meine Timeline gespült:

Da mein kleiner Antwort-Tweetstorm ein kleines Bisschen verunglückt ist, hier nochmal zusammengefasst und ein wenig erweitert: Weiterlesen

#DuAhnstEsNicht

Ich war nicht auf dem Bundesparteitag der Piratenpartei, ich hatte den überhaupt nicht auf dem Zettel, aber über gewisse Atavismen in der Twitter-Timeline dringt es ja dann doch irgendwie immer durch und da guck ich dann in dieses in einem Irrsinns-Speed getippte Realtime-Protokoll (Danke für den Einsatz, Drahflow!) und kriege diese Rede hier von Patrick Schiffer zu lesen, seines Zeichens die letzten beiden Jahre Landesvorsitzender der Piratenpartei NRW:

„Wir haben es trotz aller Energie, die wir in diese Partei gesteckt haben, nicht geschafft, die Menschen von unseren Ideen und Werten überzeugen. Weiterlesen