In Sachen #Ukraine

KriegsphantasienEine Antwort auf den Kommentar von Stefan Kornelius auf sueddeutsche.de, einem Scharfmacher, der anscheinend immer noch von einem NATO-Russlandfeldzug träumt. Update: Spiegel online stößt nicht nur ins gleiche Horn, sondern geht noch einen Schritt weiter und erklärt gleich ganz Russland für verrückt. Kann man machen…

Update 4: Hier ein verbotener Beitrag des ZDF, der da einige Netzwerke satirisch zuspitzt. Nur um mal zu verdeutlichen, wer Stefan Kornelius eigentlich ist:

Mir scheint es entgegen der im obigen Kommentar und auf anderen Medien verbreiteten Version, als könnte das mit den Toten der abgeschossenen Linienmaschine MH17, die da angeblich „in Geiselhaft“ genommen und ach so „würdelos“ behandelt werden, womöglich mal wieder eine ziemlich schamlose Propaganda-Übertreibung sein. Man höre sich dagegen mal diesen ORF-Korrespondenten vor Ort an. UPDATE: Auch DIESER Link in Sachen „Teddybärfoto“ passt da perfekt ins, hähä, Bild. Na so was! Der Typ hier IST ja gar kein Plünderer!

„Die Separatisten sind von der russischen Regierung nicht zu trennen. Ihre Kommandeure sind im russischen Sicherheitsmilieu verwurzelt, ihre Waffen stammen aus russischen Arsenalen, ihre Telefonate gehen nach Russland, die Mehrzahl der Kämpfer scheint aus Russland über die Grenze zu kommen, die Raketenwerfer vom Typ SA-11 fahren dorthin zurück.“ Das mag alles sein, das sind aber im Moment einzig und allein Behauptungen von Herrn Kornelius. Ich hab jedenfalls noch keine Belege dafür gesehen. (Sogar amerikanische Experten führen allerdings an, dass die Ukraine ihrerseits über eigene SA-11 verfügt, das ist nun mal ein gut eingeführtes Waffensystem des Warschauer Pakts aus den frühen 70-ern. Und man hat dort auch Leute mit dem Know-how, sie einzusetzen.)

UPDATE 2: Und hier entschuldigt sich sogar ein britischer Journalist dafür, dass er Gegenstände aus dem Gepäck eines Opfers nahm. Das muss dieser Qualitätsjournalismus sein. Sie wissen schon, der, für den die Verlage mit dem Leistungsschutzrecht belohnt wurden, das ihr obsoletes Geschäftsmodell auf Kosten von Deutschlands medialer Zukunft künstlich am Leben hält.

UPDATE 3: Indizien verdichten sich, dass #MH17 bei einer Übung eines ukrainischen Luftabwehr-Regiments versehentlich abgeschossen wurde. Noch ein Link. Das entwickelt sich zur peinlichsten Nummer der „Qualitätspresse“ seit sehr langer Zeit. An dieser Stelle möchte ich dann kommentarlos noch mal ein Video einbetten:

Außenpolitische Ziele setzen! Russland Grenzen aufzeigen! Sicher, sicher. Populistische Rhetorik und obsolete Großmacht-Fantasien von Leuten, die sich weigern, der Realität ins Auge zu sehen.

Und die sieht folgendermaßen aus:

1) Putin hat die Krim, und damit hat er sein wichtigstes Ziel erreicht. Alles, was darüber hinaus geht, ist für den zunächst mal Bonus. Die Ukraine und die Ukrainer interessieren den einen Dreck. Sogar die ethnisch den Russen nahe stehenden Ostukrainer sind für den höchstens Mittel zum Zweck.

2) Der Westen ist in Sachen Ukraine de facto machtlos. Ein Ölboykott würde an Russland abperlen wie an einer gut gewachsten Motorhaube. Selbst wenn der Westen sich allen Ernstes entschlösse, seine eigene Wirtschaft zu zerstören, indem er auf das  russische Öl und Gas verzichtete – was er nicht tun wird, die betragen je nach Land ein volles DRITTEL – kann Putin sein Öl jederzeit völlig problemlos in Asien verkaufen. Russland hat dorthin eben erst eine neue riesige Pipeline in Betrieb genommen. Es würde im Gegenteil von einem Boykott womöglich sogar *profitieren*, weil die Preise auf dem Weltmarkt natürlich steigen, wenn der Westen von jetzt auf gleich einen erklecklichen Teil des Angebots ignoriert. Das wäre nämlich schon fast das gleiche wie eine entsprechende Steigerung der Nachfrage. Zugleich würde der Westen seine Abhängigkeit von Öllieferanten aus der islamischen Welt steigern, allen voran die Steinzeit-Islamisten in Saudi-Arabien, Nigeria und dergleichen. Herzlichen Glückwunsch.

3) Absolut gar nichts, was Putin oder die Separatisten in der Ukraine allen Ernstes anrichten würden, kann den Westen geschlossen über die Schmerzgrenze treiben, wo er militärisch interveniert. Ethnische Säuberungen und dergleichen kann ich mir dort beim besten Willen nicht vorstellen, schon weil die beteiligten Ethnien zu eng miteinander verwandt sind (ok, man soll nie nie sagen – mit den Verwandten streitet man sich ja am Liebsten.) Es gibt auch keine religiöse Komponente. Also vernachlässigen wir das für den Moment.

4) Es gibt nur sehr sehr wenig, was Russland vom Westen tatsächlich aktuell will. Und um das zu bekommen, kann es sogar jederzeit seine Rohstoff- und Brennstofflieferungen als Druckmittel einsetzen, falls man über so was wie Embargos ernsthaft nachdenken sollte. (Falls die Technik oder die Luxusautos oder was auch immer, was man den Russen da groß vorenthalten wollen würde, sich wider Erwarten echt nicht per Industriespionage auftreiben lassen sollte. Oder spätestens in drei Jahren in China zu haben ist.)

5) Es wird für Russland ein Leichtes sein, den Konflikt in der Ukraine auf kleiner oder größerer Flamme nach Belieben unendlich lange am Köcheln zu halten, und genau das liegt auch in seinem besten Interesse. Genau wie Kaschmir im Konflikt zwischen Indien und Pakistan, oder die palästinensischen Autonomie-Ghettos in Israel, oder oder oder. Da hat Putin immer ein rotes Tuch in der Hinterhand, das er bei Bedarf rausziehen und schwenken kann, wenn es mal wieder gilt, seine Führung zu stabilisieren, seine Russen zu einen und gegen den Westen zu motivieren. Wenn’s halt innenpolitisch mal wieder kriselt oder so was. Kommt ja trotz allem schon mal vor.

Er  würde die Ostukraine daher nicht mal auf dem Silbertablett nehmen. Da wäre er schön blöd. Stattdessen wird er die dortigen „Separatisten“ genau so abkochen wie die USA unter Bush senior seinerzeit die Kurden im Irak. Mit dem Unterschied, dass die daraus was gelernt haben. Und dass Putin, der alte KGB-Scherge, die Nummer deutlich eleganter handhaben dürfte.

Daraus lernen kann der Westen nur eins: Sich endlich vom Öl abnabeln, endlich eine nachhaltige Energie- und möglichst auch Rohstoffwirtschaft einführen. Umweltpolitik ist Verteidigungspolitik. Genau so wie Entwicklungspolitik im Übrigen.

Das wird nicht von heute auf morgen gehen; man wird nie eine völlige Unabhängigkeit erreichen. Im Falle der USA wird es allerdings noch wesentlich länger dauern als – hoffentlich – in Europa. Schließlich hat man dort nach wie vor keine Probleme damit, immer mal wieder einen Verteilungskrieg anzuzetteln. Es braucht ja auch periodisch immer mal wieder eine Rechtfertigung für den rettungslos überzogenen Verteidigungshaushalt, der dem der nächsten zehn Länder *zusammen* entspricht. Zusammen. ZUSAMMEN! (Und der nach wie vor größtenteils für im Ernstfall völlig obsoleten Blödsinn wie Flugzeugträger rausgeblasen wird, mit denen sie sich im Persischen Golf noch nicht mal blicken lassen, aus Angst vor der Blamage, einen zu verlieren.)

Demgegenüber würde es der amerikanischen Zivilgesellschaft größte Schmerzen bereiten, sich von ihrem geliebten Energiewahnsinn zu verabschieden.

Also:

Et iss wie et iss.... Energiewahnsinn...

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