Terror in Mordor

FesthaltenHeute hab ich bei meinem zweiten Infostand mitgemacht – diesmal in meiner Heimatgemeinde in Sundern im Sauerland, denn da ist dieses Wochenende Stadtfest.

CRW_7740k Da sich beim letzten Mal in Bochum herausgestellt hatte, dass die Leute von mir nicht so gerne Flyer oder Infomaterial annehmen, hatte ich mir diesmal was anderes überlegt: Mit einem improvisierten „Sandwichboard“ wollte ich als menschlicher Plakatständer die Fußgängerzone auf und ab laufen. Wie Harald beim Protest gegen Merkel in Recklinghausen sowie einen Tag später bei der IDP-Demo. Die Hohlkammerplakate eignen sich super dafür.
Einen Sonnenschirm gab’s zwar nicht – aber dafür hatte ich statt eines Aluhuts sogar einen vollwertigen Alu-HELM dabei. Kampfmontur Auf diese Weise konnte ich maximale Aufmerksamkeit erregen und zugleich ein Stück weit meine Anonymität wahren. Später habe ich ihn allerdings abgenommen – ein um Recht und Ordnung besorgter Spießer war zum Stand gekommen und hatte sich beschwert, dass ich die Leute erschrecke und meine Kollegen wollten einen seriösen Eindruck vermitteln.
In der Fußgängerzone war für die örtlichen Verhältnisse ganz gut Betrieb. Man kann da die verschiedensten Parolen skandieren:
„Wer Datenschutz will, muss Piraten wählen!“
„Wählt Piraten für Datenschutz und Transparenz!“
„Piraten wählen für Demokratie und Bürgerbeteiligung!“
Aber auch mal was Kämpferisches, vor allem wenn’s an den aalglatten Schlipsträgern vom FDP-Stand vorbei geht:
„Wählt Piraten gegen Korruption und Lobbyismus!“
„Die Altparteien sind korrupt und lobbygesteuert!“
„Alle Altparteien sind gleich!“
„Lasst euch nicht mit Luftballons einlullen – die FDP ist die korrupteste von den Altparteien!“
„Altparteien abstrafen – Piraten wählen!“
„Ärgert die korrupten Altparteien – wählt Piraten!“
Oder auch je nach Ansprechpartner immer mal was Lustiges einstreuen:  „Piraten wählen – diesen niedlichen Hund gewinnen!“
„Wählt Piraten weil mein Hund so süß ist!“
„Wählt Piraten, oder wir erschießen diesen Hund!“
Man muss nicht mal besonders laut schreien, sonst ist man eh schnell heiser. Mit guter Zwerchfell-Atmung kann man das aber locker den ganzen Tag machen. Wichtiger als Lautstärke ist Blickkontakt. Man kann auch den Tonfall variieren, etwa eine aggressive Parole besonders freundlich oder informativ, um einen Kontrast zu erzeugen. Ein freundliches „Wombats für alle!“ geht natürlich immer.
Es gibt die verschiedensten Reaktionen. Natürlich trifft man auch auf Ablehnung. Viele äußern aber auch Zustimmung – und sei es nur zu der auffälligen Werbe-Idee, die man hierzulande halt nicht so oft sieht. Viele Leute auf dem Land freuen sich auch, wenn sie etwas nicht Alltägliches geboten bekommen. Manche fragen, was der Aluhut soll. Denen kann man dann anhand des lustigen Aufhängers („Der schützt mich vor den Gedankenkontrollstrahlen der Merkelregierung!“) die Sache mit den Verschwörungstheorien näher bringen, von denen sich in letzter Zeit ja so einige bewahrheitet haben. In der Dortmunder Fußgängerzone wurde Harald auch oft fotografiert und das Bild (hoffentlich) getwittert oder per Email verschickt.
Hauptsache keine Angst. Es gibt nichts zu verlieren.

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