Meine etwaige LaVo-Kandidatur

Quimby_Pirat

Servus,

es wurde ja inzwischen von verschiedener Seite eine Kandidatur von mir als PolGf für den nächsten LaVo ins Gespräch gebracht. Nachdem ich es auf Twitter bereits getan habe, möchte ich dazu im Sinne von Transparenz und Shareability auch hier noch einmal in dieser Form Stellung beziehen:

Ich würde das wohl machen, wenn ihr das wollt. Und auch mit dem gewohnten Einsatz. Auf diesen Posten gewählt zu werden bedeutet mir persönlich allerdings nicht übermäßig viel. Ich habe derzeit in meinem Leben und in der Piratenpartei vielmehr wenige, klare andere Prioritäten:

1. Geiler Wahlkampf und in den Bundestag einziehen.
Das ist das Wichtigste. Danach kommt lange nichts. Der Posten würde mir manches auf dem Weg zu diesem Ziel vielleicht erleichtern, anderes mit Sicherheit erschweren.
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Und dann die nächste Priorität:
2. Der nächste LPT soll möglichst bald stattfinden, ein Erfolg werden, und vor allem: Es soll ein Wahlparteitag werden, der vernünftige Leute in den LaVo NRW wählt.

Das halte ich für nicht ganz unwichtig, weil es fast schon ein Zwischenziel auf dem Weg zum ersten Ziel ist. Denn der aktuelle LaVo erschwert doch so einiges, was ich auf dem Weg zur Priorität Nummer 1 für unbedingt geboten und erforderlich halte.

Nun stünde dieser Punkt meiner Prioritätenliste in Konflikt mit einer von mir jetzt auf einmal mit Volldampf betriebenen Kandidatur, denn dann läge der Vorwurf nahe, dass ich aus Eigeninteresse auf einen Wahlparteitag hin arbeite. (Welches Eigen-Interesse ein vernünftiger Mensch mit normalem Selbsterhaltungstrieb auch immer an diesem Job haben könnte, lassen wir mal dahin gestellt.)

Weiterhin hab ich latente Schwierigkeiten mit der Selbstvermarktung. Klares Defizit. Auf dem Gebiet schaffe ich es einfach nicht, den gewohnten Qualitätslevel zu halten.

„A good man always knows his limitations“, wusste schon Dirty Harry. Und deswegen hab ich mich ja auch schon im Vorfeld der Aufstellungsversammlung zur Landesliste lieber darauf verlegt, andere Piraten zu unterstützen, von denen ich mir versprach, dass sie tolle Kandidaten und super Abgeordnete abgeben würden.

Aus diesen Gründen werde ich nur kandidieren, wenn mich jemand anderes zur Wahl vorschlägt. Darüber hinaus werden dann auch andere Leute meinen kompletten vollständigen Wahlkampf für mich übernehmen müssen. Wer ein Interesse hat, dass ich das mache, und da mitwirken möchte, kann sich beispielsweise an Schreibrephorm wenden. Der koordiniert das dann, falls er Lust hat. War ja schließlich auch alles seine Idee.

Ach ja, und die nächste Voraussetzung: Ich mache das selbstverständlich nicht ehrenamtlich. Ich bin Vollprofi und habe schon immer die Auffassung vertreten, dass man für gute Arbeit auch gutes Geld bekommen soll. Daher gehört es zum meinen ehernen Prinzipien, Arbeit ausschließlich gegen eine halbwegs adäquate Gegenleistung zu verrichten. Ich wähne mich damit zu einhundert Prozent auf Parteilinie.

Oder jedenfalls Arbeit, bei der ich ganz oder teilweise fremdgesteuert bin. Und das wäre ich ja dann, allein schon aus Pflichtgefühl. Ich könnte dann nicht mehr alles sagen und schreiben und machen, was mir gerade so in den Kopf kommt (oder auch schon länger darin herum schwirrt.)

Bereits bisher arbeite ich, völlig ohne Amt und Pöstchen, ausgesprochen viel für die Piraten. Oft effizient, in der Regel effektiv und immer völlig ehrenamtlich. Dabei kann es von mir aus genau so gut bleiben. Aber auf den bisherigen Feldern kann ich mir halt völlig frei aussuchen, wann, was, wie viel und mit wem ich das mache. Und wenn mir etwas oder jemand quer kommt, hab ich die freie Wahl, wie ich damit umgehe.

Diese Wahl hätte ich im Amt nicht mehr. Ich müsste stattdessen jede Menge Dinge tun, die aus diesem Amt erwachsen. Viele meiner zahlreichen kreativen Ideen würden deswegen von vornherein liegen bleiben. Vielleicht müsste ich sogar mit Leuten kooperieren, mit denen ich das sonst nicht tun würde.

Das würde ich alles machen – aber nicht für lau. Dafür würde ich eine Entschädigung wollen. In bar. Cash inne Täsch. Geld. Harte Euros auf meinem Konto. Es muss nicht besonders viel Geld sein, da ich die Piraten so heiß und innig liebe. Zudem könnte ich meine bisherigen Kunden auch nicht von jetzt auf gleich so völlig links liegen lassen. Aber wir reden hier von einem ernsthaften, sozialversicherungspflichtigen Teilzeit-Gehalt.

Ich hab mich noch nicht informiert, wie das formal zu regeln wäre, aber ohne Beschluss der Landesmitgliederversammlung dürfte sich da ja wohl kaum etwas abspielen. Also wäre es dann schlau von allen, die mich gegebenenfalls im Amt haben wollen, das vorher zu durchdenken und einen entsprechenden Satzungsantrag auszuarbeiten, bekannt zu machen, zu bewerben und zur Abstimmung zu bringen. Sonst nehme ich die Wahl gar nicht erst an.

Ein solcher Antrag wäre übrigens auch ganz abgesehen von meiner Person eine gute Idee. Nicht zuletzt deshalb, weil daraus auch ein zusätzlicher Verpflichtungscharakter für die Amtsträger erwüchse. Die wären dann nämlich irgendwo auch die Angestellten der NRW-Piraten. Und dann würden vielleicht auch die letzten Nasen verstehen, dass diese Wahl auf dem LPT die letzte Stufe eines BEWERBUNGSVERFAHRENS ist und dass da einzig und allein QUALIFIKATION und personale Eignungsfaktoren eine Rolle spielen sollten. Nicht Nasenfaktor, nicht Beliebtheit, nicht Geschlecht und schon gar nicht dieser idiotische Regionalproporz, mit dem ich schon mal so richtig überhaupt gar nichts am Hut habe.

So, jetzt weiß jeder, wo er dran ist. Macht damit, was ihr wollt – Piraten sind frei.

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Ein Gedanke zu „Meine etwaige LaVo-Kandidatur

  1. Du verrückter Kerl, ich liebe es solch klare Worte. Ich liebe Leute die durch Türen gehen und wenn es sein muß die Füllungen mitnehmen. Ich bin nur einfacher Maurermeister vom Bau habe 40 Jahre nichts anderes gemacht. Aber bei mir gibt es nur klare Worte, auch in der Politik. Wenn ich kandidieren würde, dann nur mit Baseballschläger statt Kugelschreiber und Lappi. Damit manche merken wie sehr sie unserer Partei geschadet haben. Aber ich kandidiere nicht, denn meine Wahlzeit würde keine 8 Wochen halten.. Du solltest es tun. In Sachen Kohle bin ich ganz nah bei dir, vertrete gleiche Auffassungen. Mußt halt nur ein paar Kilo abspecken….;=) alter Junge.
    LG aus Gelsenkirchen Jürgen Hansen

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