Stefan Körner, das Kollegium und die Basisdemokratie

Also dann hier mal ein Beitrag in Sachen politische Geschichtsnachhilfe:

Es geht um eine Einlassung von Stefan Körner (@sekor) am Sonntag, dem 16.12.2012 im Mumble (Das Transkript beginnt etwa bei 3:05 der Aufnahme):withered-sunflowerb

Fardizzle: „Darf ich noch mal ganz kurz nachfragen, nur zum Thema, also ‚tschuldigung – Du sagst gerade als Vorsitzender des größten Landesverbands der Piratenpartei: ‚In dieser Partei ist sachliche Arbeit nicht mehr möglich.‘ Also als Konsequenz muss ich sagen, dann können wir doch diese Partei sein lassen und sagen: Wir sind gescheitert, unser basisdemokratischer Ansatz als Mitmachpartei ist gescheitert. So verstehe ich dich.“
Sekor: „Ich kann Dir empfehlen, Bücher über die Gründung und die Entstehungsphase der Grünen zu lesen, das ist sehr aufschlussreich, wenn man wissen will, wie es mit den Piraten weiter geht.
Ja, ich denke, dass viel von dem, was wir in den letzten Monaten erlebt haben, tatsächlich das Problem ist, dass wir zu viele sind, zu offen sind, dass jeder überall mitmachen kann und es dann einfach schwierig wird, überhaupt noch richtige und vernünftige oder brauchbare Ergebnisse zu erarbeiten. Ist so, ist eine Erkenntnis, und ja, ist ein Problem. Ich habe nur die Hoffnung, dass Schwarmintelligenz am Ende vielleicht doch siegt und wir irgendwann wieder vernünftig arbeiten.“

Er drückt es etwas verklausuliert aus, aber man muss durchaus keine ganzen Bücher über die Entstehung der Grünen gelesen haben, um zu verstehen, was er meint – ein Blick in die Wikipedia reicht aus (wenn man tatsächlich so sehr nicht-auf-dem-Laufenden ist, dass man tatsächlich nicht mitbekommen hat, wann die Grünen die Basisdemokratie über Bord geworfen haben):

„…Das erste Bundesprogramm beschrieb die Grünen als „sozial, ökologisch, basisdemokratisch, gewaltfrei“. (…) Heute sind also von den zahlreichen Besonderheiten, die die Grünen in ihrer Gründungsphase organisatorisch von den etablierten Parteien unterschieden, lediglich die Doppelspitze, die stark gelockerte Trennung von Amt und Mandat sowie die Frauenquote übrig geblieben.“

Nicht aber die Basisdemokratie. Es gibt dort bekanntlich schon so lange eine Bundesdelegiertenkonferenz, dass es dieses Jahr tatsächlich sogar wieder einen Nachrichtenwert hatte, als die Grünen sich entschieden, ihre Spitzenkandidaten per Urwahl zu küren.

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3 Gedanken zu „Stefan Körner, das Kollegium und die Basisdemokratie

  1. Von deiner Behauptung, Körner hätte die Basisdemokratie für gescheitert erklärt, bist Du also abgerückt. Sehr schön.

    Das es allerdings große Probleme mit Basisdemokratie gibt, weiss jeder Pirat, der nicht mit verschlossenen Augen durch die Welt geht. Die meisten haben den letzten Bundesparteitag in Bochum als Fehlschlag bewertet, es wurden weit weniger Anträge als geplant beschlossen und ein großer Teil der Zeit wurde mit GO-getrolle verbracht. Überhaupt ist eine Basisdemokratie, bei der nur mitmachen darf wer genug Zeit und Geld, eigentlich keine Basisdemokratie.

    Das offen auszusprechen ist allerdings gleich Anlass, mit einer Kampagne und miesen Unterstellungen zu operieren. Da wundert sich noch jemand, warum es Menschen gibt, die in anderen Strukturen arbeiten wollen?

    • Es ist keine Behauptung, es ist mal eine Tatsache. Und ich rücke keineswegs davon ab, sondern entklausuliere hier lediglich dein Geschwurbel, so als reine Serviceleistung für alle verständnismäßig Herausgeforderten (wie etwa deinen Fanboy @66_ts). Wenn du was anderes zum Ausdruck bringen wolltest, wird dir nichts anderes übrig bleiben, als dich eigenhändig von der Aussage zu distanzieren. Das kann dir niemand abnehmen.
      Na klar ist die Basisdemokratie mit Problemen behaftet. Aber das ist doch nix Neues. Aber hier mal etwas, das für dich scheinbar eine echte Neugkeit ist: Die Piraten sind die Partei, die angetreten ist, um diese Probleme zu LÖSEN! Und zwar nicht, indem wir uns von der Basisdemokratie verabschieden.
      Wenn du keinen derartigen Gegenwind ernten willst, gibt es ein einfaches Mittel: Sag einfach direkt, was du meinst – und laber keinen Scheiß.

      • Vielleicht lässt Du beeser mal etwas Luft raus, bevor Du dich in etwas verrenst.

        Ich glaube nicht, dass ich der bin für den Du mich hältst. Genau so wie Du dich in wildes spekulieren ergehst, wer ich bin, kannst Du nur durch ganz weites hineininterpretieren sekor die Aussage unterstellen, die Du von ihm gehört haben möchtest. Und langsam endest Du im pöbeln, aber damit bist Du bei den Piraten ja auch gut aufgehoben.

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