Äh, wie bitte?

Gedanken zum #SnowdenMovie

Da hab ich mir also mal „Snowden“ von Oliver Stone angeguckt.

snowden

„Filme von Oliver Stone springen einem immer so ins Gesicht“, weiß ich noch, wie der Michael, einer meiner liebsten Freunde im Studium, mal zu mir sagte, wobei er eine grässliche Grimasse schnitt und zur Illustration mit albtraumhaften Hexenkrallen beidhändig nach meinem Gesicht griff. Könnte an dem Abend gewesen sein, als wir uns „Natural Born Killers“ im damals noch existierenden „Luna“ in Dortmund-Hombruch ankucken gingen. Damals kannte ich bis auf „Platoon“ praktisch nichts von Oliver Stone. „Salvador“ war mal im Spätprogramm im Dritten oder so gelaufen, aber den hatte ich zu der Zeit mangels Internet und imdb.com und all so was garantiert noch nicht mit Oliver Stone in Verbindung gebracht. Das konnte ich aber natürlich im Leben nicht zugeben. Jahre später verstand ich, was er meinte, nachdem ich „JFK“ und „Born on the Fourth of July“ und einiges andere nachgeholt hatte.

Auf der anderen Seite ist der Meister im Alter auch etwas subtiler geworden. Und die Story von „Snowden“ ist ja eh im Groben bekannt, also ist das, äh, „Filmische“ im Grunde schnell abgehakt. [Spoiler?]

  • Joseph Gordon-Levitt sieht dem Titelhelden visuell verdammt ähnlich, spielt ihn für meinen Geschmack aber zu deppert, was besonders am Ende auffällt, sobald der Darsteller in einer sehr schick gemachten Überblendung durch Snowden selbst ersetzt wird.
  • Warum Stone ausgerechnet Melissa Leo casten ließ, die vier Jahre älter ist als Laura Poitras und locker zwanzig Jahre älter rüberkommt als die Dokumentarfilmerin, die in „Citizenfour“ ja nun auch selbst vor der Kamera stand, erschließt sich mir nicht ganz.
  • Zachary Quinto wirkt ein wenig wie Overkill, Glenn Greenwald dürfte sich jedenfalls geschmeichelt fühlen.
  • Ähnliches gilt für Nicolas Cage als Hank Forrester, zumal er so wenig Screen Time bekommt, dass sein Auftritt fast als Cameo durchginge. Immerhin werden seit langer Zeit mal wieder ganz leise Anklänge jenes genialen Schauspielers wach, der seit „Leaving Las Vegas“ irgendwie verschollen schien.

Soweit, so nichtssagend.

Aber beim Sacken lassen auf der fast einstündigen Heimfahrt ging mir eine Sache nicht aus dem Kopf. Könnte es tatsächlich sein, dass der Film nach drei Jahren noch eine skandalöse neue Enthüllung enthielt?

Ich hab dann mal ein ganz klein wenig nachgeguckt und es scheint mir auf den ersten Blick tatsächlich so, als sei bei den bisherigen Enthüllungen, ob von Edward Snowden oder sonstwem, bislang noch nie die Rede von Beweisen dafür gewesen, dass die US-Dienste gezielt Malware in die Infrastruktur-Systeme befreundeter und verbündeter Staaten eingebaut haben, um diese im Zweifelsfall „abschalten“ zu können, falls die entsprechenden Länder mal irgendwann nicht mehr so gut auf die USA zu sprechen sein sollten. Länder wie Japan, Deutschland, Österreich.

Das würde natürlich einiges in ein noch mal etwas anderes Licht rücken, insbesondere wieso es nicht mal ansatzweise eine etwas schärfere Reaktionen seitens Merkel oder anderen Landesregierungen gab, sondern vielmehr alles menschenmögliche unternommen wurde, um die Enthüllungen herunterzuspielen und unter den Teppich zu kehren:

Wir wären in dem Fall wirklich und wahrhaftig, völlig ohne jede künstlerische Übertreibung, komplett erpressbare und abhängige Vasallenstaaten.

Die USA könnten uns mit wenigen Mausklicks gründlicher in die Steinzeit zurück schicken als mit einem massiven Atomangriff – wenngleich mit weniger Todesopfern.

Und da wüsste ich doch schon gern mal, was da dran ist und was inzwischen unternommen wurde, um diese Situation zu berichtigen.

#DuAhnstEsNicht

Ich war nicht auf dem Bundesparteitag der Piratenpartei, ich hatte den überhaupt nicht auf dem Zettel, aber über gewisse Atavismen in der Twitter-Timeline dringt es ja dann doch irgendwie immer durch und da guck ich dann in dieses in einem Irrsinns-Speed getippte Realtime-Protokoll (Danke für den Einsatz, Drahflow!) und kriege diese Rede hier von Patrick Schiffer zu lesen, seines Zeichens die letzten beiden Jahre Landesvorsitzender der Piratenpartei NRW:

„Wir haben es trotz aller Energie, die wir in diese Partei gesteckt haben, nicht geschafft, die Menschen von unseren Ideen und Werten überzeugen. Wir verkaufen uns seit Jahren unter unseren Möglichkeiten. Es macht aber keinen Sinn, dem BuVo die alleinige Schuld zu geben. Ich persönlich weiß, was es heißt, Vorstandsarbeit im Ehrenamt zu leisten. Daher möchte ich mich beim noch amtierenden BuVo bedanken. Seit meiner Entscheidung für den BuVo zu kandidieren habe ich in vielen Gesprächen gespürt, dass in vielen von euch eine Flamme brennt; für eine gerechtere Welt, ???? bessere digitale Bildung, transparenten Staat, ehrlichere Kommunalpolitik, ??? Kampf gegen Rechts, ??? besser Arbeitsbedingungen in der Pflege ????? Unsere Themen sind wichtig. Wenn mich jemand fragt: Warum Piraten? „Dein Leben wird sich in den nächsten Jahren radikal verändern, durch die digitale Revolution. Daran kannst Du nichts ändern. Aber du kannst die Partei wählen, die sich damit auskennt.“ ???? Wir selber haben es in der Hand uns auch wieder aus der Lähmung herauszumanovrieren. Wo haben wir falsche Entscheidung getroffen, wo sind verkrustete Strukturen. ich weiß, dass wir dicke Bretter bohren müssen – aber: Mit mir wird es kein weiter so geben. Meine Wahl bedeutet Veränderung, den Willen zum Wachsen, mehr Aufmerksamkeit zu Erreichen und mehr Sichtbarkeit. Ich möchte das absolute Maximum für diese Partei herausholen. Wir haben ein Durchschnittsalter von 40 Jahren, wir sind die Partei für die jungen Menschen. ???? Die brauchen eine Lobby und eine Partei, die ihre Interessen vertritt. Wir bieten längst langfristige und seriöse Politik in allen Feldern. ???? Ich möchte darauf hinarbeiten, dass wir im kommenden Jahr wieder steigende Mitglieder- und Wählerzählen haben. Wir schaffen das. ??? Die Piratenbewegung hat ein unglaubliches Potential, was es gilt, auch hier in Deutschland auszuschöpfen. Unsere Ideen für digitalen Fortschritt ist nihct special interest, sondern die Grundlage für Politik in allen Feldern ????? Stillstand oder Rückschritt möchte ich nicht. ??? Unsere Weitsicht und Kreativität und Denkfähigkeit sind auf allen Ebenen gefragt. Wir brauchen den Aufbruch, und zwar nicht erst nach der nächsten Bundestagswahl – sondern jetzt.“

Und danach haben sie ihn dann wohl mit nicht ganz 60 Prozent zum Bundesvorsitzenden gewählt.

Umfragen

Die Sonntagsfragen der letzten zwei Jahre in Nordrhein-Westfalen, dem Land mit der zahlen- und budgetmäßig stärksten Piratenfraktion aller Zeiten

 

Felina

„Was sagst du eigentlich zum Ergebnis in Sachsen-Anhalt?“ frägt mich da doch eine Bekannte per DM auf Twittah.

Grenztruppen der DDR auf Patrouille an der deutsch-deutschen-Grenze. Public Domain, Wikipedia„Ich wollte Neufünfland schon vor drei Jahren den Russen zurück schenken,“ schreib ich zurück. „Diese ganzen Zonies – alles verdammte Wirtschaftsflüchtlinge!“ Migrationsprobleme (oder was man dafür hält) durch Erschießungen zu lösen fällt in der Ex-DDR ja eh nicht unter „Mord“, sondern „Folklore“. Da muss man auch mal Verständnis aufbringen.

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Star Wars Spoilers

Flag_of_GermanyDiese Rezension auf Deutsch lesen

 

Went to the cinema yesterday for the first time in ages, and now I actually feel the need to blog about the new Star Wars.

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The Bad

Too many Dimensions here, too few There

Now I’m not a Luddite who hates 3D movies on a principle of some kind. Weiterlesen

Star Wars Spoiler

Gestern seit langer Zeit mal wieder im Kino gewesen und jetzt fühle ich mich tatsächlich bemüßigt, über den neuen Star Wars zu bloggen.

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The Bad

Hier zu viele Dimensionen – Dort zu wenige

Ich bin jetzt keiner dieser Maschinenstürmer, die grundsätzliche Einwände gegen 3D-Filme erheben. Weiterlesen

Das muss alles seine Ordnung haben!

9763348_mJaja, die liebe Linuxwelt. Ich möchte an dieser Stelle mal normalen Computernutzern einen kleinen Teil der Leiden veranschaulichen, die ihrer harren, wenn sie sich entschließen, auf den heiligen Gral des Datenschutzes und der OpenSource-Bewegung umzusatteln.

Es funktioniert da praktisch nie irgend etwas auf Anhieb. Das erste, was man daher tun muss, ist sich mit dem IRC vertraut machen, damit man dort versuchen kann, fachkundigen Rat zu bekommen.

Aber bitte um Himmels Willen NICHTS anbringen, was irgendwie als Systemkritik verstanden werden kann! Weiterlesen